
Am 23.101987 veröffentlichte der Europarat in Santiago de Compostela, dem Ziel aller Jakobspilger eine Deklaration, in der er den Jakobswegen einen höchst symbolischen Wert für die Entstehung Europas beimisst.
Sie sollen wieder, wie im Mittelalter, neben dem religiösen Inhalten dem Transfer von Ideen, Kunst und Kultur zwischen den Regionen und Nationen dienen und als europäische Kulturstrassen Entfernungen, Grenzen und Sprachbarrieren überwinden.
Pilgerwege verbinden seit mehr als 1000 Jahren die Menschen Europas. In Spanien und Frankreich sind die Jakobswege nach Santiago de Compostela bis heute Symbol für Verbindung und Begegnung.Viele dieser Routen beginnen in Deutschland oder führen, von östlichen und nordöstlichen Regionen kommend, durch unser Land.
Die Wege der Jakobspilger werden mit der Jakobsmuschel, dem Zeichen der Jakobspilger, gekennzeichnet. In den europäischen Farben symbolisieren ihre Rippen die Wege, die aus ganz Europa nach Santiago führen.
http://www.jakobspilger.lvr.de/
Hinter Niedereisenhausen führt der Weg über einen kleinen Höhenzug in das Hörletal, ein Seitental des Breidenbacher Grundes. Er folgt dem Bachverlauf der Hörle bis Oberhörlen, wo er zum Galgenberg bis auf eine Höhe von 490m ansteigt. Nach einer weiteren Steigung wiederum auf 505m Am Staffelböll senkt sich der Weg in das dicht besiedelte Tal der Dietzhölze, dem bis Rittershausen zu folgen ist. Danach beginnt ein 4 km langer Anstige auf die Haincher Höhe, wo mit 550 m der höchste Punkt des Pilgerweges und zudem die Landesgrenze Nordrhein-Westfalens erreicht wird. Kurz hinter der Höhe teilt sich der Weg in zwei Varianten: Entweder kann man auf dem Hang im Verlauf der Fernstraße Marburg-Siegen weiter nach Anzhausen gehen oder man steigt hinab in den Geiersgrund zu den Orten Hainchen und Irmgarteichen.
Die Etappe ist untergliedert in zwei Teilstrecken:
1. von Niedereisenhausen bis Ewersbach (12, 5 Kilometer)
2. von Ewersbach bis Irmgarteichen (12,5 Kilometer)
Über den Nordhang des Pfarrbergkopfes kommt der Weg von Irmgarteichen wieder auf die ursprüngliche Trasse der Fernstraße Marburg-Siegen zurück, die in die östlich von Siegen gelegene Talweitung um Anzhausen und Flammersbach führt. In niederdielfen beginnt der Anstieg zur Gnadenkapelle Eremitage, von der man über den Prozessionsweg hinunter zum Stadtrand von Siegen gelangt. Über den Lindenberg erreicht der Pilgerweg die Siegener Altstadt.
Die Etappe ist unterteilt in zwei Teilstücke:
1. von Irmgarteichen bis Niederdielfen (10 Kilometer)
2. von Niederdielfen bis Siegen (7 Kilometer)
An allen Pilgerzielen im Mittelalter konnte man Pilgerabzeichen erwerben. Sie sollten den Pilger auf dem Heimweg und auch noch in der Heimat schützen. Das Pilgerabzeichen der Santiagopilger war (und ist) die Jakobsmuschel, die ursprünglich auch als Nachweis diente, dass der Pilger die Reise tatsächlich absolviert hatte; seit dem 13. Jahrhundert wurde dies durch ein Beglaubigungsschreiben beurkundet, die heutige La Compostela. Daneben hatte die Jakobsmuschel aber auch den praktischen Wert, dass der Pilger sie zum Wasserschöpfen verwenden konnte. Darüber hinaus galt die Muschel in der bildenden Kunst und Literatur des Mittelalters als äußeres Kennzeichen für Pilger generell. So beschreibt z.B. Gottfried von Straßburg in seinem Tristan um 1200 zwei Pilger (wallaere), an deren Gewänder mermuschelen genäht sind. Etwa hundert Jahre später finden wir sie am Hut des Minnesängers Johannes Hadlaub in der Manessischen Liederhandschrift wieder.
Quelle: Wikipedia